Unsere Geschichte in Italien
45 Jahre Campo dell´Altissimo in Azzano- Italien
Die Geschichte von Campo dell´Altissimo ist eine Geschichte, ohne die unser Berliner Atelier gar nicht vorstellbar wäre und es ist eine Geschichte, für die ich sehr dankbar und auf die ich ehrlich gesagt auch stolz bin. Denn was mit einem kleinen Kurs im Schatten der romanischen Kirche La Cappella begann, entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einer der größten internationalen Sommerakademien für Bildhauerei und Malerei in Europa.
Wie alles begann
Als Student an der Kunstakademie in Carrara war ich begeistert von der Bildhauerei, bewunderte die grandiosen Marmorberge und war fasziniert von der Kunst und der Kultur, die sich rings um diese Marmorvorkommen entwickelt hatte. Künstler aus aller Welt kamen und siedelten sich in der Gegend an und die hiesigen Handwerker schufen monumentale Werke für Kirchen, Plätze und Paläste.
Und ich liebte das leichte italienische Lebensgefühl. Diese Begeisterung wollte ich gerne mit anderen teilen und lud im Sommer 1980 zu einem ersten Kurs nach Azzano ein. Dass in den nächsten Jahren viele Tausende Menschen aus aller Welt folgen sollten, ahnte ich damals nicht.
Azzano – der ideale Ort
Von Anbeginn war das toskanische Bergdorf Azzano am Monte Altissimo in den apuanischen Alpen der ideale Platz für uns. Hier konnten wir Räume schaffen, in denen wir die Begeisterung für die Marmorkunst mit gleichgesinnten Menschen aus aller Welt teilen und unser Wissen an sie weitergeben konnten. Im Sommer verwandelte sich das kleine Dorf zu einem Treffpunkt, an den jedes Jahr Hunderte Menschen aus aller Welt zum Bildhauen, Malen und künstlerischen Gestalten kamen. In Meeresnähe, umgeben von den Steinbrüchen und im Schatten der Kastanienwälder lebten und arbeiteten wir an einem einzigartigen Ort, den der Marmor schon immer geprägt hatte. Denn die meisten Bewohner von Azzano arbeiteten früher selbst in den Steinbrüchen und hießen uns freundlich willkommen.
45 Jahre ging das so. Doch dann hatten die Besitzer des Campo-Geländes andere Pläne. Das gesamte Gelände sollte umgestaltet werden, ein Restaurant entstehen. So war für uns ein Weiterbetrieb leider nicht mehr möglich und im Jahr 2025 endete die Saison und die Geschichte von Campo in Azzano mit einem großen Fest, zu dem nochmal viele Freundinnen und Freunde des Campo anreisten.
An dieser Stelle möchte ich allen danken, die Campo zu dem gemacht haben, was es war. Meiner Familie, die mich immer unterstützt hat, den Dozent*innen, die hier ihr Wissen und Können weitergaben und vor allem all den kunstbegeisterten Menschen, die mit ihrer Energie und ihrem Gestaltungswillen den Ort belebt und einzigartig gemacht haben.
Wie es weitergeht
Viele von denen, die bislang zum Campo nach Italien kamen kommen heute in mein Atelier in Berlin, treffen sich dort wieder und arbeiten mit der gleichen Begeisterung ihre Marmorskulpturen wie eh und je.
Und es kommen Menschen hinzu, die uns hier erst kennenlernen. Berlin ist nicht Azzano, hier liegen die Steinbrüche nicht vor der Tür, aber mit dem Marmor aus diesen Steinbrüchen arbeiten wir auch hier. Genauso wie mit den handgeschmiedeten Werkzeugen aus der kleinen italienischen Manufaktur, die wir immer am Campo benutzt haben.
Und was noch bleibt nach 45 Jahren Campo Italien ist die Begeisterung am Gestalten und die Liebe zur Marmorbildhauerei. Jetzt eben an anderem Ort. Ich freue mich über alle, die das in Zukunft auch hier in Berlin mit mir teilen mögen.
